Biographie - Maylin

Name: Hausch

Vorname: Maylin

Geboren: 22.09.1988

Wo: Stuttgart-Bad Cannstatt (Baden-Württemberg)

Größe: 1.54 m

Wohnort: Oberstdorf (Bayern)

Trainingsort: Oberstdorf (Bayern)

Verein: EC Oberstdorf

Ehemalige Partner: Steffen Hörmann

Beruf: seit 22.01.2009 Bankkauffrau

Hobbies: Freunde treffen, englische Bücher lesen, Fernsehen und logisch …… Eiskunstlauf ;-))

 

Wie bin ich zum Eiskunstlauf gekommen und was sich daraus entwickelt hat:

 

Als ich vier Jahre alt war, brachte mich meine Mutter zu einem Eiskunstlaufverein in Stuttgart mit den Worten: „Die sollen dir mal beibringen wie man auf den Kufen steht und dann gehen wir zusammen zum Publikumslauf!“ Offensichtlich stellte ich mich nicht ganz dumm an und nach ca. einem Jahr wurde ich (bzw. natürlich meine Mum) von meiner damaligen Trainerin gefragt, ob ich nicht mal 20 Min. Privatunterricht haben möchte.

Irgendwann einmal trainierte ich dann täglich 2 Stunden auf dem Eis, plus 1-2 Stunden Athletik/Woche, plus 1-2 Stunden Ballett/Woche, 1 Stunde Choreographie/Woche und nebenher noch ein bisschen Schule. Langsam und Jahr für Jahr kroch ich die Karriereleiter nach oben. Mittlerweile war es Arbeit (schöne Arbeit)!

Meine besten Erfolge im Einzellaufen waren bei der Deutschen Nachwuchsmeisterschaft 2004 in der Kategorie Junioren B der 4. Platz und der 6. Platz beim Deutschlandpokal 2004 und somit gelang mir als 4. der Aufstieg in die Meisterklasse. Mit 14 Jahren befand ich mich nun in der Meisterklasse!

Dann trat eine erhebliche Veränderung in mein Leben! Es begann mit dem Trainerwechsel von Rolf Oesterreich zu Evelin Gutzeit, die - wie unsere ganze Trainingsgruppe - eine Teamarbeit mit Karel Fajfr wünschte. Unser Baden-Württembergischer Verband machte uns ab diesem Moment das Leben extrem schwer, wir wurden von der Eisbahn „verbannt“. Dabei darf man nicht vergessen, letztendlich war das Eissportzentrum in den letzten 10 Jahren für uns eine zweite Heimat geworden, täglich waren wir von mittags bis abends dort.

Der nächste Schock war, dass Frau Gutzeit nach Dresden ging ….. wir hatten keinen Trainer mehr und viel schlimmer, ein anderer passender Trainer war nicht in Aussicht. So entschieden wir uns nur noch bei Karel Fajfr zu trainieren und dies wurde uns in Stuttgart leider nicht ermöglicht. So fragten wir in Oberstdorf an und das Allgäu rückte näher. Der Bayerische Verband und der Oberstdorfer ECO freuten sich auf uns und gaben uns jede Unterstützung die wir benötigten um unser Training mit Karel Fajfr dort fortzusetzen. Die Zeit des Reisens begann. In der Woche trainierten wir nun 2 Mal je 2 Stunden in den unbeheizten Eishallen in Ludwigsburg und Göppingen, die wir freundlicher Weise gegen Bezahlung (Privatkasse) nutzen durften, einen Tag hatten wir frei und ansonsten ging Herr Fajfr mit uns ins Fitness-Studio. Und jedes Wochenende ab Freitag um 14:00 Uhr fuhren wir nach Oberstdorf und am Sonntagabend wieder nach Stuttgart zurück!
Damit begann dann nun das langsame Sterben unserer Trainingsgruppe, denn das hieß, kein Treffen am Wochenende mit Freunden, die Schule wurde nicht leichter und mancher musste sich auf das nicht mehr weit entfernte Abitur vorbereiten. Einer nach dem andern brach weg, zum guten Schluss waren nur noch Steffen Hörmann und ich übrig.
Es sollte jedoch noch schlimmer kommen, ich wurde krank. Epstein Barr-Virus - oder auch das Pfeiffer´sche Drüsenfieber genannt - waren nach relativ langer Zeit der Ungewissheit endlich diagnostiziert worden. Diese Krankheit nahm mir mehr oder weniger 2 Jahre meines Eislauflebens. Mit dieser Viruserkrankung musste schon so mancher Sportler aufgeben und auch ich habe diesen Schritt in Erwägung gezogen.

Paarlauf Karriere begann...

Tief im Inneren wollte ich das wohl aber so nicht akzeptieren und mit der Unterstützung meiner Eltern, Herrn Fajfr und auch Steffen Hörmann sollte ein neues Eislauf-Leben für mich beginnen. Denn, um mich überhaupt am Training halten zu können, begannen wir …..nur so zum Spaß….. Paarlauf! Es fiel mir leichter das Training länger durchzuhalten und es machte mir große Freude. Da es toll aussah, beschlossen wir gemeinsam zu laufen.

2006 war es dann soweit, die erste Deutsche Meisterschaft. Wir starteten in der Kategorie Junioren als Paar und belegten den 1. Platz. An dieser Stelle möchte ich mich bei Steffen bedanken, er lief damals mit mir, obwohl wir vor dem Wettbewerb nicht ein einziges Mal unsere Programme durchgelaufen waren. Ich war dazu einfach nicht in der Lage (Virusbedingt). Er war eben so verrückt, es trotzdem mit mir zu durchzuziehen. Nach diesem Wettbewerb beendete Steffen jedoch seine Karriere im Einzellauf wie auch im Paarlauf. Er tourt heute bei verschieden Eis-Shows und hat wohl seins gefunden. Und ich stand nun ohne Partner da! Einzellauf kam für mich wettbewerbsmäßig nicht mehr in Frage. So begann die Suche nach einem neuen Partner. Dies war natürlich nicht einfach, zumal ich gesundheitlich noch nicht wieder 100%ig die Alte war.
Aus finanziellen Gründen verzichteten Herr Fajfr und ich auf die Trainings in der Woche in den Eishallen Ludwigsburg und Göppingen, trainierten nur noch im Fitness-Studio und an den Wochenenden wie in den Ferien in Oberstdorf.

Es gab verschiedene Paarläufer mit denen Herr Fajfr und ich Trainings ausprobiert hatten, aber es wollte nicht klappen und ich schwankte wieder, ob ich nicht besser aufhören sollte. Vielleicht wäre es besser, mich ausschließlich meiner mittlerweile begonnenen Lehre als Bankkauffrau in Stuttgart bei der Sparda Bank Baden-Württemberg eG zu widmen.

2007 erfuhr ich, dass Daniel Wende sich von seiner langjährigen Partnerin Rebecca Handke getrennt hat. Da ich Daniel schon lange kannte, meldete ich mich bei ihm, ob er nicht Lust hätte mit mir mal ein Probetraining zu machen und mit mir zu laufen. Leider entschied er sich damals bereits vor dem Probetraining mit mir, für die Russin Ekaterina Vasilieva und ich war sehr enttäuscht, denn es wäre eine sehr schöne Chance gewesen zumindest mal über Olympia 2010 nachzudenken.

Anfang 2008 teilte mir eine Freundin mit, dass der Kanadier Pierre-Phillippe Joncas , eine Paarlauf-Partnerin suchte und nahm mit ihm Kontakt auf. Wir trafen uns zu einem Probetraining bei dem ich mir gleich mal einen Bänderriss zuzog. Das Probetraining wurde wiederholt, es war nicht das von dem ich träumte, aber es hatte Entwicklungs-Potential. Wir entschieden uns gemeinsam zu laufen. Er beendete sein Architektur-Studium in Paris, kam im Juli nach Oberstdorf und wir begannen zu trainieren. Zeitgleich verlagerte ich meine Ausbildungsstätte von Stuttgart nach Oberstdorf zur Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd eG, damit ein kontinuierliches Training möglich war.

Entscheidung für Daniel

Dann kam der große Tag an dem sich Daniel bei mir meldete! Er teilte mir mit, dass er nicht mehr mit der Russin laufen würde. Wow, das saß, jetzt war ja ich vergeben. Viele Emails, hin und her, meine Unzufriedenheit und das gedankliche Schnuppern an großen Wettbewerben ließen mich zu der Entscheidung kommen: “Ich muss es versuchen“. Wir trafen uns in Berlin und entschlossen uns dort auch, gemeinsam zu laufen.

Nach meiner Rückkehr, klärte ich Pierre sofort darüber auf, dass es für uns keine gemeinsame Eislauf-Zukunft geben könne, insgesamt hatten wir ca. vier Wochen gemeinsam trainiert. Natürlich war auch er enttäuscht, trainierte aber dann mit einer anderen Sportlerin in Oberstdorf weiter. Dann mussten Entscheidungen gefällt werden, die Wichtigste: wo und bei wem trainieren Daniel und ich. Er kam aus Essen (Dortmund), trainierte dort seit Jahren bei Knut Schubert - ich lief in Oberstdorf und trainierte seit Jahren bei Karel Fajfr und wurde von Bayern immer sehr unterstützt. Ich hatte erst einen Arbeitgeberwechsel hinter mir und dies nach 2 Monaten noch einmal zu tun stellte sich als unmöglich heraus, zumal meine Abschlussprüfung als Bankkauffrau im November 2008 (Schule) und im Januar 2009 (IHK) bevorstand.

Es kamen die sechs längsten Wochen in meinem Leben, warten, warten und nochmal warten. An meiner Psyche wurde sehr gerüttelt, Daniel ging nach langer Erwägung den Schritt auf mich zu und kam am 22.September 2008 nach Oberstdorf. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei ihm bedanken für den Entschluss, seine Familie in Dortmund zugunsten unserer sportlichen Entwicklung für eine unbestimmte Zeit zurück zu lassen.

Mittlerweile habe ich auch meinen “Banker“ in der Tasche und arbeite als Teilzeitkraft bis April 2009 bei der Bank in Oberstdorf. Das nächste Ziel ist in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen zu werden, was bei Daniel schon der Fall ist. Dann wird unsere Hauptbeschäftigung Eiskunstlauf sein und wir können uns ausschließlich auf das Paarlaufen konzentrieren.

Das Fazit aus meiner Geschichte ist: Nichts im Leben läuft glatt, es gibt immer wieder Höhen und Tiefen. Eines allerdings darf man nie verlieren, seinen eigenen Traum, die Liebe zum Sport und den Glaube an sich selbst!!

Maylin

   Copyright © Maylin Hausch & Daniel Wende - Webmaster: Petra Eubel